IKT Strategie

Mobilität

a. Potenzial

Die Mobilität wird das Leitthema der nächsten fünf Jahre

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Mobilfunk entwickelt sich zum innovatorischen IKT-Leitmedium, mit dessen Hilfe sich Mehrwerte realisieren lassen, die weit über die Möglichkeiten des fixen Internets hinausgehen. Mobile Geschäftsanwendungen erzielen auf allen Stufen der Wertschöpfung erhebliche Produktivitätssteigerungen sowie spürbare Kosten- und Zeitersparnisse. In Deutschland schätzt man die Effizienzgewinne und durchschnittliche Kosteneinsparungen von Mobile Business-Lösungen auf über 20 Prozent [vgl. (Büllingen, Hillebrand, Stamm, & Stetter, Oktober 2011)]. „Aggregiert auf ein volkswirtschaftliches Niveau bedeuten diese Zahlen, dass mobile IKT in den nächsten Jahren weitreichende positive Effekte für das gesamtwirtschaftliche Wachstum ausüben und einen bedeutenden Beitrag zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit leisten wird“ [vgl. (Büllingen, Hillebrand, Stamm, & Stetter, Oktober 2011)].

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Bürger und Unternehmen wollen nicht auf Mobilität verzichten

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Wesentliche Impulse der Mobilität gehen vom Privatkundenmarkt und der Endgeräteentwicklung aus [vgl. (Büllingen, Hillebrand, Stamm, & Stetter, Oktober 2011)]: Die rasante Entwicklung der leistungsfähigeren und benutzerfreundlichen Smartphones und Tablets üben einen Innovationsdruck auf die Unternehmen aus. Die Menschen möchten auch unterwegs auf Daten und Informationen zugreifen können und ihre mobilen Endgeräte für private und berufliche Zwecke nutzen. Dieser Druck führt dazu, dass Unternehmen sich dieser Entwicklung nicht verschließen können und zunehmend mobile Anwendungen zur Verfügung stellen. Damit erfährt die gesamte IKT einen weiteren Innovationsschub [vgl. (Büllingen, Hillebrand, Stamm, & Stetter, Oktober 2011)].

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Die Mobilität eröffnet neue Geschäftsfelder

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Die Mobilität eröffnet auch völlig neue Geschäftsfelder oder revolutioniert Geschäftsprozesse für Unternehmen: Die Verfügbarkeit von Positionsdaten und deren Verknüpfung mit bestehenden oder neuen Anwendungen geben viel Raum für innovative Lösungen in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen wie Tourismus, Verkehr, Logistik, Landwirtschaft oder Handel. So können mit den Bewegungsdaten manche Analysen präzisiert werden. Lokale Angebote werden entsprechend der Kundenbedürfnisse offeriert. Bevorstehende Staus, Häufungen oder Spitzen können durch Lokationsdaten frühzeitig erkannt und damit können Gegenmaßnahmen rechtzeitig ergriffen werden.

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Die Infrastruktur ist auf die neuen mobilen Bedürfnisse anzupassen. Das Mobilfunknetz und das Festnetz müssen den steigenden Anforderungen gerecht werden. Die Nutzer wollen auf ihre Daten und Anwendungen über Clouds zugreifen. Darüber hinaus bietet die Cloud noch weitere Funktionalitäten wie Ausfallsicherheit und Rechnerleistungen, die den Nutzer unterstützen. Daher spielt in der Mobilität die Cloudinfrastruktur eine wichtige Rolle. Betriebssysteme und Endgeräte sind dementsprechend anzupassen und sind wichtige Voraussetzungen für die Mobilität.

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Die Mobilität eröffnet neue Arbeits- und Lernformen

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Der Faktor der Mobilität wird auch stärker in die Arbeitswelt einziehen. Attraktive Angebote für Arbeitnehmer von überall aus arbeiten zu können, steigern die Mitarbeiterzufriedenheit, insbesondere wenn Familie und Beruf sich besser vereinbaren lassen. Auch die Arbeitsformen können sich durch die Mobilität in Form von Collaborative Computing drastisch ändern, wenn die Verfügbarkeit von Experten nicht mehr ortsgebunden ist, sondern sich diese aus der ganzen Welt zusammensetzen.

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Dies gilt genauso im Bildungsbereich: Auch dort können Auszubildende ortsunabhängig an den Bildungsveranstaltungen teilnehmen oder in Gruppen zusammenarbeiten ohne vor Ort anwesend zu sein. Damit ergeben sich völlig neue Perspektiven für Bildungseinrichtungen. Neue Zielgruppen können erschlossen werden, die Auszubildenden haben eine größere Auswahl von Angeboten und sind weniger an fixe Zeiten gebunden.

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Das Potenzial der Mobilität ist als hoch einzustufen, weil viele unterschiedliche Sektoren davon betroffen sind und die Zukunftspotenziale von beinahe allen Organisationen hoch angesehen werden. Im Gesundheitssektor, im E-Government, in den KMU, im Tourismus, im Dienstleistungssektor und vielen anderen Branchen eröffnen sich durch die Mobilität völlig neue Chancen, die Prozesse effizienter zu gestalten, die Qualität zu heben, ja selbst neue Geschäftsfelder zu erschließen.

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Die Entwicklung dieses Themengebietes wirkt sich auf folgende Indikatoren des Networked Readiness Index des Weltwirtschaftsforum aus [vgl. (Dutta & Bilbao-Osorio, 2012), Einschätzung der Geschäftsstelle des KIG].

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NrIndikatorData/ UmfrageGe-wichtPlatz 2012Punkte 2012
3.02Mobile network coverage, %pop.Data2%4999,0
3.05Accessibility of digital contentUmfrage2%46,4
4.01Mobile cellular tariffs, PPP $/minData3,3%120,08
5.01Quality of educational systemUmfrage2,5%244,7
6.01Mobile phone subscriptions/100 popData1,4%13145,8
6.06Mobile broadband subscriptions/100 popData1,4%2024,9
7.04Extent of business Internet UseUmfrage2%185,9
10.01Impact of ICT on access to basic servicesUmfrage2,5%155,7

b. Eingrenzung des Themenfelds

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  • Die Mobilität beginnt beim Abruf von Informationen oder Applikationen vom mobilen Endgerät aus, bei den Anforderungen an Schnittstellen und Sicherheiten, bei der Benutzerfreundlichkeit.
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    139
  • Sie reicht über die Thematik des Cloud Computing und der damit verbundenen Bedingungen wie Datenschutz, Datensicherheit, etc.
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    140
  • Mobilität bedeutet auch, dass neue Arbeits- und Lernformen wie Mobile Offices oder Remote Learning entstehen können.
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    141
  • Auch die Infrastruktur für diese Mobilität muss vorhanden sein.
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    c. IST-Analyse

    Abbildung 9: Nutzung der mobilen Infrastruktur I, Quelle: EU-Kommission, 2010-2012.

    142

    Marktnahe Projektförderungsanträge, die bei themenoffenen Basisprogrammen der FFG eingereicht werden, weisen aktuell einen Trend in Richtung Cloud Computing und ortsbasierte Dienste auf. Gerade in diesen Themenschwerpunkten ist ein starker Zuwachs an Anträgen zu verzeichnen.

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    Abbildung 10: Nutzung der mobilen Infrastruktur II, Quelle: EU-Kommission, 2008-2012.

    143

    Österreich hat nun den Vorteil, dass hierzulande die besten Voraussetzungen bestehen um in dem Themenfeld Cloud Computing zu einem Vorzeigeland aufzusteigen. Die Nutzung des mobilen Internets liegt bereits weit über dem EU-Durchschnitt (siehe Abbildung 9, Abbildung 10), wobei dies sowohl auf den privaten als auch auf den beruflichen Bereich zutrifft. Diese Entwicklung führt dazu, dass die Bevölkerung sehr gut mit der Technologie vertraut ist. Ein Großteil verfügt über Laptops, Tablets und Smartphones und diese Geräte finden im täglichen Leben Anwendung. Als weitere Aspekte, die das Themenfeld Cloud Computing in Österreich unterstützen, sind die Infrastruktur und die Preisentwicklung im Bereich des mobilen Internets zu betrachten. Die Preise für die mobile Internetnutzung sind in Österreich die niedrigsten in ganz Europa. In puncto Infrastruktur war Österreich Vorreiter im UMTS-Ausbau und die jährlichen Tests bescheinigen den Mobilfunknetzen eine ausgezeichnete Qualität.

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    144

    Österreichs Wirtschaft profitiert von den Trends im Bereich der mobilen Internetnutzung. Eine mobile Applikation im Bereich Augmented Reality, die in Österreich entwickelt wurde, sorgte bereits für Aufsehen. Mithilfe dieser App ist es den Nutzern möglich aufgrund ihrer Positionsdaten Informationen zu dem umliegenden Gebäuden und Sehenswürdigkeiten abzurufen.

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    145

    Als Vorreiterländer bei Mobile Business-Lösungen werden die USA, das Vereinigte Königreich, Singapur sowie die skandinavischen Länder bezeichnet. Die EU insgesamt wird eher im Mittelfeld gesehen, holt jedoch auf, insbesondere durch Fortschritte in den Ländern Deutschland, Großbritannien, Spanien und Österreich“ [vgl. (Büllingen, Hillebrand, Stamm, & Stetter, Oktober 2011)].

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    d. Themenziele

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    Österreich wird ein Vorzeigeland in der Mobilität. Die neuen Arbeitsformen werden für die Menschen selbstverständlich sein, sie werden nicht auf den Zugriff ihrer Daten von überall verzichten wollen. Österreich dient als Testregion für die Mobilität, eine ausgeprägte Mobilitätsindustrie und -forschung mit hochwertigen Arbeitsplätzen entstehen dabei.

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    147
  • In der Nutzung des mobilen Breitbands gehört Österreich zu den Top 3 Ländern der EU27.
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  • In Österreich entstehen die meisten mobilen Applikationen für den deutschsprachigen Raum.
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    149
  • In Österreich haben mehr als 20% der Arbeitnehmer die Möglichkeit, von zuhause aus zu arbeiten.
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    150
  • Österreichs Bildungseinrichtungen des tertiären Sektors bieten 20% ihrer Lehr-veranstaltungen im Netz an.
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  • In Österreich gibt es mindestens 20 Studien, die online (mit geringen Präsenzzeiten) absolviert werden können.
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    Hier sind Sie gefragt!

    Welche Initiativen gibt es derzeit noch zu diesem Themenfeld? Wie lassen sich die Ziele bis 2018 verwirklichen? Welchen Handlungsbedarf sehen Sie zu diesem Themenfeld? Was wäre bis 2018 realisierbar? Welche Schritte wären zu setzen, um das Themenfeld voranzutreiben? In welcher Zeit lassen sie sich umsetzen? Welche Begleitmaßnahmen wären dazu erforderlich? Welche Ressourcen wären zur Zielerreichung erforderlich? Wer wäre einzubinden? Wer könnte die Trägerschaft übernehmen?

    Kommentare

    Förderungen müssen technologieneutral vergeben werden

    Aus Sicht der ISPA ist darauf hinzuweisen, dass für nicht leitungsgebundene mobile Infrastruktur in der Regel kaum Förderungen vergeben werden. Dies wäre aber besonders im ländlichen Raum ein wichtiger Faktor, um dort den Zugang zu Breitband im IKT-Sektor zu fördern. Eine Erreichung des genannten Ziels, dass mehr als 20% der ArbeitnehmerInnen die Möglichkeit des „Home Office“ wahrnehmen können, ist nur dann möglich, wenn auch ÖsterreicherInnen im ländlichen Raum mit einbezogen werden. Daher regt die ISPA an, unter dem Primat der Technologieneutralität zukünftig auch Förderungen für nicht leitungsgebundene Infrastruktur insbesondere im ländlichen Raum zu vergeben, um alle Bürger und Bürgerinnen Österreichs an der technologischen Entwicklung gleichermaßen teilhaben zu lassen.

    Die Frequenzvergabe ist für die Zukunft Österreichs wesentlich

    Wie das Konsultationsdokument richtig feststellt, verfügt Österreich über eine ausgezeichnete Mobilfunkabdeckung. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die erwähnte Technologie UMTS von neuen Standards wie LTE überholt wird.
    Wenn das formulierte Ziel, Österreich unter den Top 3 bei der Nutzung des mobilen Breitbands zu sehen, erreicht werden soll, so ist die anstehende Frequenzvergabe ein maßgeblicher Faktor dafür, wie sich die neuen Technologien bzw. das mobile Breitband in Österreich entwickeln wird. Die Regulierungsbehörde hat nach § 55 Abs 4 TKG 2003 das Recht, in der Ausschreibung ein Mindestfrequenznutzungsentgelt zu inkludieren. Bei der Festsetzung dieses Mindestgebotes sollte mit Augenmaß vorgegangen werden, um den Anbietern genügend Spielraum für die Umrüstung ihrer Infrastruktur zu lassen.
    Des Weiteren sollten die Erlöse aus der Frequenzzuteilung für die Förderung der gesamten IKT-Branche und zur Überwindung der digitalen Kluft aufgewendet werden, um diese nachhaltig zu stärken und Österreich zu einer führenden IKT-Nation zu machen.