IKT Strategie

Exkurs: Trends in IKT

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Dieser Abschnitt soll – bevor auf die Strategie eingegangen wird – die Trends darstellen, die verschiedene namhafte Institutionen im Bereich IKT identifiziert haben. Diesen Trends wird eine österreichische, zukunftsgerichtete IKT-Strategie Rechnung tragen, wobei in Verbindung mit den direkten Auswirkungen auf den Bürger die Schwerpunktfelder identifiziert werden.

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Die OECD sieht eine ungeheure Dynamik in allen Wertschöpfungsebenen der IKT [vgl. (OECD, Internet Economy Outlook 2012, 2012b)]. Geschwindigkeiten in der Datenübertragung werden in der Infrastruktur das dominante Thema bleiben. Die Endgeräte werden immer mächtiger, schneller und funktionaler, zunehmend wird aber die Rechenkapazität in die Clouds ausgelagert. Die In-memory Database Technology wird eine deutliche Reduktion der Wartezeit bringen.

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Auf der Ebene der Services verweist sie auf drei wichtige Trends: Ortsabhängige Dienste, erweiterte Realität (augmented reality), relationsship management tools (soziale Netzwerke und CRM). Viel Potenzial sieht sie in den Themen des Cloud Computing, da es die Art der Computerisierung verändert und die Investitionskosten durch das nutzungsabhängige Abrechnungsmodell deutlich senkt. E-Energy als Umstellung der Energienetze auf intelligente Systeme, Smart home als Automatisierungstechnologie für zuhause sowie Ambient Assisted Living (AAL) als Unterstützung der Gesundheit von zuhause aus sind Megatrends der Zukunft. E-Work und E-Learning kommen den Bedürfnissen der Menschen nach Mobilität entgegen [vgl. (OECD, Internet Economy Outlook 2012, 2012b)].

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E-Government sieht sie als Frontrunner für Technologien, die sich in der Wirtschaft durchsetzen (z.B. Identitätsmanagement) und die Partizipationsmöglichkeiten durch IKT als Stärkung der Demokratie. Das Potenzial der IKT für Unternehmen ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Die noch engere Vernetzung, eine höhere Transparenz der Märkte und die Erschließung neuer Märkte sprechen für eine Intensivierung des E-Commerce [vgl. (OECD, Internet Economy Outlook 2012, 2012b)].

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Die Gartner Group sieht die Top Trends in IKT in den mobilen Anwendungen und in der „Schlacht um das mobile Endgerät“. Eng damit verbunden ist auch der Trend zur „Personal Cloud“. Sie glaubt, dass nach dem Erfolg der Apps nun auch diese in die Unternehmen einziehen werden. Die nächsten Jahre stehen im Zeichen der Analyse von „Big Data“ sowie ihrer Darstellung, ihrer Strukturierung und ihrer Extraktion. Gute Chancen, ein wichtiger Trend zu werden, wird Internet of Things eingeräumt [vgl. (Gartner Group, 2012)].

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In einer Studie im Auftrag der EU Kommission ist die Forschungsgruppe COMPOSITE durch Umfragen in mehreren Ländern zu folgenden Trends in Europa gekommen: Ganz vorne steht die Integration von intelligenten Datensystemen, also die smarte Aufbereitung der Fülle der gesammelten Daten. Als weiteren wichtigen Trend sieht sie die Nutzung mobiler Computersysteme („adoption of mobile computing“). Interessanterweise sieht sie die Entwicklung von Videoüberwachungssystemen und der digitalen Biometrik als einen wichtigen Trend an. Im Konsumentenbereich werden Nutzerakzeptanz von Anwendungen und die sozialen Medien die treibenden Kräfte bleiben [(vgl. (COMPOSITE, 2011)].

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A.T. Kearney empfiehlt in ihrer Studie [vgl. (A. T. Kearney, 2012)] sich auf die Spitzenmärkte Europas zu konzentrieren. Europa kann seine Stärken dann ausspielen, wenn IKT zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit in den Kernmärkten, also in den wichtigsten Wirtschaftszweigen eines Landes, eingesetzt wird. Weiters wird die Bildung von paneuropäischen Exzellenzclustern empfohlen. Dabei spielen bessere und langfristigere Finanzierungs- und Coachingmodelle für Hightech-Start-Ups eine wichtige Rolle. Außerdem muss das Bildungssystem dafür sorgen, dass es mehr qualifizierte Abschlüsse in den so genannten MINT-Fachbereichen gibt (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technologie).

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Die IKT-Forschungsstrategie des Rats für Forschung und Technologieentwicklung (Rat FTE) hebt insbesondere die Voraussetzungen für eine erfolgreiche IKT-Entwicklung hervor: Bildung, Forschung, Technologietransfer, Governance und Koordination sind die Basis. Weiteres sollen Unternehmensgründungen, die innovative Beschaffung, die Profilbildung und die Außenwahrnehmung gestärkt werden [vgl. ].

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Nach einer Konsultation von mehr als 200 Stakeholdern in einem einjährigen Prozess hat die FFG ihr neues Forschungsförderungsprogramm „IKT der Zukunft“ bis 2020 vorgestellt. Vier IKT-Themen bilden den Kern des Forschungsförderungsprogramms [vgl. (FFG, 2012b)].

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Komplexe IKT-Lösungen ermöglichen: Systems of Systems

Vertrauen rechtfertigen: Sichere Systeme

Daten durchdringen: Intelligente Systeme

Interoperabilität gewährleisten: Schnittstellen von Systemen

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Hinzu kommen noch die Querschnittsthemen Human-Centered Computing und der schonende Umgang mit Ressourcen. Die Schwerpunkte im Anwendungsbereich bilden IKT für Intelligente Energienetze und Energiesysteme und IKT-gestützte Produktionssysteme.

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HORIZON 2020 der EU Kommission, das nächste "EU-Rahmenprogramm" (2014-2020), soll Innovation, Forschung und Wirtschaft näher zusammenführen und die Forschungsprogramme im IKT-Bereich zusammenfassen. Zur Ankurbelung von Wachstum und Beschäftigung sollen 80 Mrd. EUR in Forschung und Innovation investiert werden. Mehr denn je ist das Programm darauf ausgerichtet, wissenschaftliche Durchbrüche in innovative Produkte und Dienstleistungen zu verwandeln, die Geschäftsmöglichkeiten bieten und das Leben der Menschen verbessern. Von den Mitteln werden u.a. Investitionen in der Höhe von 13,7 Mrd. EUR in Schlüsseltechnologien, einen leichteren Zugang zu Kapital und Unterstützung von KMU aufgewendet. 31,7 Mrd. EUR werden für die Behandlung der Fragen bereitgestellt, die vielen Europäern große Sorgen bereiten, so unter anderem Gesundheit und demografischer Wandel, Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit, sichere und effiziente Energie, intelligenter und umweltfreundlicher Verkehr, Klimaschutz und Rohstoffe sowie integrative und sichere Gesellschaften [vgl. ].

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Abbildung 6: IKT-Themenwolke

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Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Trendforscher ähnliche Entwicklungen identifiziert haben (siehe Abbildung 6): Mobilität und Cloud Computing werden in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen, Sicherheit wird sowohl bei den Bürgern als auch bei den Unternehmen ein Thema bleiben, der Umgang mit der Fülle der gesammelten Daten wird eine Herausforderung der nächsten Jahre darstellen, die Umstellung der Energiesysteme und die Nachhaltigkeit werden gefordert und den IKT wird in der Gesundheit ein großes Potenzial zugeschrieben.

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Ausgehend von den vier strategischen Zielsetzungen des KIGs werden nun die Themen diesen Zielen zugeordnet. Diese Zuordnung ist begründbar, aber nicht zwingend. Das eine oder andere Thema könnte dem einen oder anderen Ziel ebenso zugeordnet werden. Diese Strukturierung gibt einen guten Ansatzpunkt, um die Themen abzuarbeiten.

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Dem ersten Ziel „Österreich in die Spitze der IKT-Nationen positionieren“ sind jene Exzellenzfelder zugeordnet, in der Österreich tatsächlich die Spitze erreichen sollte. Diese Exzellenzfelder sind besonders hervorzuheben, da sie ein großes Potenzial für Österreich bieten, auf eine gute Basis zurückgreifen können, eine Vielzahl von Bürgern betreffen und bereits erste Forschungsansätze vorhanden sind.

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Dem zweiten Ziel „Die Breitbanddurchdringung und -nutzung erhöhen“ sind insbesondere die Themenfelder Infrastruktur, Anwendungen und Unternehmen zuzuordnen. Diese Themen können die tatsächliche Nutzung von IKT steigern.

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Dem dritten Ziel „Internet als Chance für alle Menschen begreifen“ sind gesellschaftliche Themen wie E-Inclusion und Kultur zugeordnet, die die Integration und die sozialen Aspekte hervor streichen.

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Das vierte Ziel „Eine Koordinierung der IKT-Politik und eine Einbeziehung und Umsetzung von Forschungsergebnissen fördern“ wird durch Themen wie Forschung, E-Government, IKT-Bewusstsein und Green ICT erreicht.

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Die definierten vier

Die definierten vier Exzellenzthemen (Mobilität, Gesundheit/Pflege, Medienkompetenz/Bildung und Sicherheit) sind die Kernthemen, die von der öffentlichen Verwaltung besonders beeinflußbar sind. Die Entwicklung der zahlreichen weiteren Themen (Anwendungen) erfordert eine flächendeckend nutzbare Breitbandzugangstechnologie. Die Anwendungen folgen der jeweiligen Nachfrage und sollten auch dem möglichst freien Spiel der Anwender und Anbieter (Private und Unternehmen) überlassen werden. Eine staatliche IKT-Strategie sollte sich auf die Verfügbarkeit von flächendeckender Zugangsinfrastruktur und die konkrete Weiterentwicklung der Exzellenzthemen konzentrieren.

Vernetzung schafft Komplexität

Was gerne bei den ganzen Trends übersehen wird, ist die steigende Vernetzung und damit Komplexität. Komplexe Systeme verhalten sich aber anders, als unsere bisherigen Systeme - mit möglicherweise folgenschweren Konsequenzen, wie sich etwa gerade im Bereich der Stromversorgung abzeichnet.

Es ist relativ einfach eine vernetzte Welt zu schaffen, aber es ist bei weitem nicht so leicht, mit den Wirkungen dieser vernetzten Welt angemessen umgehen.