IKT Strategie

Eine IKT-Strategie schöpft das volle Potenzial aus

Der wirtschaftspolitische Schwerpunkt IKT wird durch den Schlüsseltechnologie-charakter gerechtfertigt

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IKT sind als Basistechnologien zu betrachten und bilden die Grundlage für zahlreiche Innovationen und Anwendungsfelder, die von vielen Branchen genutzt werden können. Daher ist eine Strategie von besonderer Bedeutung, denn sie beeinflusst auch die anderen Sektoren. Der Grund für eine eigenständige Politik in diesem Bereich besteht vorwiegend darin, dass „durch die Verbreitung und dem ubiquitären Einsatz dieser Technologien übergeordnete Ziele wie Innovation, Wachstum, Beschäftigung und Wohlbefinden erreicht werden können. Eine Besonderheit von IKT sind die damit verbundenen Netzwerkeffekte. Mit dem Anstieg an Konsumenten bzw. ‚Usern‘ steigt der Nutzen bis zu einem Sättigungseffekt exponentiell an. Dadurch können IKT einen besonders hohen Wachstumsbeitrag leisten“ [vgl. (Friesenbichler, 2012)].

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Die IKT-Strategie erhöht den Beitrag zum Wirtschaftswachstum

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Dieser Wachstumsbeitrag lässt sich aber nur in vollem Umfang realisieren, wenn eine nationale Strategie verschiedene Sektoren wie z.B. Bildung, Gesundheit und Governance auf dasselbe Ziel lenkt. Es ist davon auszugehen, dass selbst ohne eine nationale IKT-Strategie eine Industrienation wie Österreich weiterhin Zugang zu diesen bedeutenden Entwicklungen und ihren Ergebnissen hätte, jedoch würde das Fehlen einer nationalen Strategie drei entscheidende Nachteile mit sich bringen:

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  • Ohne Strategie fehlt der Entwicklung das aktive Gestaltungselement zielgerichteten Handelns, sodass trotz unternehmerischer und privater Aktivitäten nur lokale Einzelinitiativen entstehen, die Gefahr laufen in ihrer Wirkung zu verpuffen. Lediglich einige wenige Initiativen, die auf das Engagement Einzelner zurückzuführen sind, können erfolgreich werden, während ein übergeordneter Rahmen, der klar die Richtung vorgibt und damit größere Initiativen ermöglicht, die Sichtbarkeit deutlich erhöht, den Wirtschaftsstandort aufwertet und damit sowohl Investitionen als auch Fachkräfte anzieht.
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  • Jede neue Entwicklung, die auf die Wirtschaft und die Gesellschaft eines Landes zukommt, ist mit neuen Herausforderungen für die Menschen verbunden. Ohne eine nationale Strategie werden Teile der Gesellschaft, aber auch Teile der Wirtschaft an gerade dieser Entwicklung des IKT-Bereiches nicht entsprechend partizipieren können, wodurch die Gefahr eines größer werdenden digital gap – der Kluft zwischen Onlinern und Offlinern – zu steigen droht. Wenn somit Bevölkerungsgruppen diese vierte Kulturtechnik, nämlich die Medienkompetenz, nicht beherrschen, dann können sie ultima ratio nicht mehr bzw. in eingeschränktem Maße am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.
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  • Es wird Teile der Wirtschaft und des öffentlichen Lebens geben, die (aufgrund des fehlenden Drucks) aus einer subjektiven Sicht nicht die unbedingte Notwendigkeit haben, diese neuen Technologien einzuführen. Diese können in der öffentlichen Verwaltung liegen, wie in der Administration, im Gesundheits-, Bildungs- oder Sozialbereich. Im Bereich der Wirtschaft können diese Kleinstunternehmen oder Freiberufler sein. Ohne eine nationale Strategie werden diese angesprochenen Bereiche – sofern der externe Druck nicht groß genug ist – die neuen Technologien nicht gänzlich, sondern nur punktuell oder sehr verzögert einführen. Ein solches Ignorieren des technologischen Fortschritts bringt in einer vernetzten digitalen Volkswirtschaft bedeutende Nachteile mit sich, denn wenn es zu Medienbrüchen kommt, Standardisierungen ins Leere gehen und Effizienzpotenziale nicht genutzt werden, so wird damit auch die Produktivität der anderen Sektoren gebremst.
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    048

    Nur eine nationale Strategie schöpft daher das volle Potenzial der IKT-Entwicklungen aus, gestaltet aktiv diese Entwicklungen mit, schafft fachkompetente Bürger und Exzellenz-Unternehmen. Eine nationale IKT-Strategie schließt den digital gap und verringert die sozialen Spannungen.

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    Eine nationale Strategie lässt sich auch nicht durch sektorale E-Strategien ersetzen. Die Tatsache, dass einzelne Sektoren wie Gesundheit oder Infrastruktur eigene E-Strategien entwickelt haben, ist eine hervorragende Ausgangsbasis für eine nationale Strategie, doch bleiben bei reinen sektoralen Strategien die Verzahnungen und damit die Synergien auf der Strecke. Beispielsweise lässt sich die Infrastruktur des nächsten Jahrzehnts kaum planen, wenn die Anforderungen aus Bildung oder Gesundheit unberücksichtigt bleiben. Im Gesundheitswesen spielen die Identifizierung und damit die elektronische Signatur eine wichtige Rolle, doch die elektronische Signatur kann nicht losgelöst von anderen Sektoren, in denen sie ebenfalls zum Einsatz kommt, entwickelt werden.

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    Bereits mehr als 84% aller Länder haben 2010 eine nationale E-Strategy [vgl. (ITU - International Telecommunication Union, 2011)]

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    Die meisten Länder zeichnen ein klares Bild von der Zukunft, in welchem IKT eine bedeutende Rolle spielen, um den Wohlstand des Landes zu heben. Sie beschreiben den Weg dorthin, legen die Schwerpunkte fest und normieren, welche Handlungen zu setzen sind. Im Idealfall definieren sie den institutionellen Rahmen, setzen Meilensteine und präsentieren Mechanismen. Die Top IKT-Nationen, wie Schweden, Dänemark, Finnland, Schweiz, Südkorea, Japan [vgl. (Dutta & Bilbao-Osorio, 2012)], haben allesamt seit mehr als zehn Jahren nationale IKT-Strategien und damit einen klaren Überblick darüber, wann welche Bereiche besonders gefördert werden und wie sich in weiterer Folge der Nutzen für den Bürger darstellt. Das WIFO moniert, dass in Österreich trotz mehrerer, teils umfassender Strategiepapiere ein Gesamtkonzept für den IKT-Sektor fehlt [vgl. (Friesenbichler, 2012)]

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    051

    Es ist illusorisch, ohne eine nationale IKT-Strategie einen IKT-Spitzenplatz erlangen zu wollen. Daher braucht Österreich eine nationale Strategie.

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    Hier sind Sie gefragt!

    Wie beurteilen Sie die strategische Ausrichtung Österreichs in den IKT? Sehen Sie einen Bedarf für eine umfassende IKT-Strategie Österreichs? Welche Rolle spielen die IKT in den sektoralen Strategien (z.B. für Gesundheit, Bildung, Soziales, Infrastruktur etc.)?

    Kommentare

    Rolle des KIG

    ... der Bedarf ist unbestritten. Allein die Rolle des KIG sollte hinterfragt werden. Allianz von kleinen teilen der Wirtschaft (Internetoffensive www.internetoffensive.at) mit einigen ganz wenigen Sektionschefs von wenigen Ministerien?

    IKT-Strategie spielt gerade

    IKT-Strategie spielt gerade für die uns vertretende Content-Industrie (Film-Musik) eine wesentliche Rolle, da wir überzeugt sind, dass audio- u. audioviuselle Inhalte in der neuen, vom Internet dominierten Medienlandschaft eine noch wesentlichere Bedeutung haben werden. Breitbandnetze ebenso wie Mobilfunkangebote werden nicht mehr über ihre Basisleistungen (z.B.: das Mobil-Telefon als Telefon) verkauft, sondern über ihre Fähigkeit, immer und überall Information und Kultur- u. Unterhaltungsmedien zur Verfügung zu stellen. Das IKT-Umfeld revolutioniert nicht nur das Medienverhalten der Digital-Natives, sondern wird in Teilbereichen die bestehenden Medienangebote ergänzen oder substituieren – z.B.: indem IKT-Unternehmen selbst noch stärker, als dies bereits geschieht, als Broadcaster, Bundler, letztlich als Produzenten von Content den Markt buchstäblich aufmischen. Mit dieser Entwicklung sind eine Reihe ökonomischer Chancen, aber auch Gefahren verbunden – insbesondere der schludrige Umgang mit Rechtssicherheit im Internet unter Außerachtlassung aller in sonstigen Medien geltenden Rechtsprinzipien sowie die bislang de facto nicht vorhandene finanzielle Beteiligung der IKT-Industrie (im Gegensatz zu allen anderen Medien) an der Finanzierung und Bereitstellung von Content könnten in der Zukunft verstärkt ein Problem werden. User-Generated-Content mag für bestimmte Altersgruppen eine willkommene und zusätzliche Nische sein – durchaus auch mit Transfer in traditionelle Contbereiche (vom YouTube-Startup zum Pop-Musik Idol), das ist aber bis jetzt eher der Ausnahme- als der Regelfall.

    Der Regelfall wird wohl weiter hochqualitativ und daher teurer musikalischer u. filmischer Content sein, der nur mit entsprechender Basisfinanzierung und einem gesicherten Vertrieb auch im IKT-Umfeld erfolgreich sein kann.

    Wettbewerb und Rechtssicherheit sind wesentlich für den Erfolg

    Nach Ansicht der ISPA hängt jeder wirtschaftliche Erfolg maßgeblich vom rechtlichen Umfeld ab. Insbesondere die Rechtssicherheit ist entscheidend für Innovationen und die dafür notwendigen Investitionen.
    Verbesserungspotential erkennt die ISPA vor allem bei der Förderung von Start-Ups, welche einen wichtigen Innovationsmotor darstellen. Erleichterungen bei der Neugründung, Finanzierungsmodelle sowie Reformen im Gesellschaftsrecht könnten wesentlich dazu beitragen, die bestehenden Hürden bei Unternehmensneugründungen auszuräumen.
    Die ISPA macht darauf aufmerksam, dass innerhalb der IKT-Branche in manchen Bereichen große Rechtsunsicherheit herrscht, wie etwa die Frage der Vereinbarkeit von Datenschutzrecht und Vorratsdatenspeicherung zeigt. Die Anbieter müssen dabeiversuchen die offenen Fragen mittels aufwändiger und teurer Musterverfahren höchstgerichtlich zu klären, um sich nicht dem Verdacht des Rechtsbruches ausgesetzt sehen zu müssen.
    Kritisch betrachtet die ISPA die Forcierung des Konsumentenschutzes durch die Regulierungsbehörde. Der Handlungsspielraum der Anbieter könnte durch ein Übermaß an Detailregulierung unverhältnismäßig eingeschränkt werden. Innovationen und die Einführung neue Geschäftsmodelle würden dadurch erschwert.
    Die ISPA weist zudem darauf hin, dass im Binnenmarkt das Leitbild des verständigen Verbrauchers im Vordergrund steht.2 Die ISPA regt daher an, diese Verständigkeit der VerbraucherInnen im Umgang mit den neuen Technologien durch Bildungsmaßnahmen zu unterstützen. Damit kann sich die Regulierungsbehörde wieder verstärkt den Belangen der Förderung des Wettbewerbs widmen. Ein funktionierender Markt bietet nach Ansicht der ISPA die meisten Vorteile für die Konsumentinnen und Konsumenten.

    Die strategische Ausrichtung

    Die strategische Ausrichtung Österreichs sollte sich auf die Zurverfügungstellung von langfristig gültigen Rahmenbedingungen für die flächenmäßige Erschließung mit leistungsfähigen Breitbandzugangsnetzen konzentrieren. Die Anwendungen (wie Gesundheit, Medien, Bildung, Soziales usw.) ergeben sich nachfrageorientiert beim Benutzer. Dies gilt auch für die Nutzung öffentlich bzw. von der öffentlichen Hand (bis hin zu Gesundheitsanwendungen oder Bildung) bereitgestellten Anwendungen.